Lesbomat's Blog

Die lesbischste Sicht auf die Welt

Lachen mit Sybille Berg

Gerade denkt man, in deutschen Zeitschriften wäre gar nichts Erquickliches mehr zu finden, kommt Sybille Berg mit einem hochamüsanten Beitrag um die Ecke, der natürlich sofort eine vorhersehbare Menge an männlichem Entsetzen in Kommentarform provoziert. Danke, danke, liebe Sybille Berg, ich hab sehr gelacht.

Kolumne: Frauen und Sex: Wir frustrierten Kühe

Das kleine Glück

Wir haben Namen

Männer haben es schwer. Als gestandene Frau möchte man weder als “Mädel” noch als “Dame” angesprochen werden, auch “Schlampe” und “Fotze” kommen bei Frauen nicht gut an.
Der ironische Zug, der das Wort Dame umspielt, wenn es nicht in Knigge-kompatiblen Kreisen ausgesprochen wird, macht die Anrede für viele Frauen unangenehm.
Allerdings spreche ich auch Männer nur selten mit “Kerl”, “Herr”, “Junge”, “Stecher” oder “Wichser” an.
Um diese Not zu lösen gibt es einen einfachen Trick. Sich vorstellen und Namen merken. Jede/r freut sich, wenn man mit seinem richtigen echten Vornamen angesprochen wird. Tolle Sache. So muss man keine 50jährigen Frauen mehr Mädels nennen und keine 15jährigen Jungen mehr Herr.

Wär doch mal was.

Die Liebesfalle-Reportage ARD

Gestern kam dann noch eine Reportage über Dating-Seiten im Netz und wie Männer (und auch Frauen) dort betrogen werden. Mein lesbomatisches Mitleid hielt sich allerdings in eng gesteckten Grenzen, als ich erfuhr, dass die betrogenen Männer allesamt 45-52 waren und Frauen um die 25 aus Russland angesprochen hatten. Problembewusstsein im Hinblick auf den Altersunterschied natürlich Null, Null.
Eigentlich hatten sie wahrscheinlich die ganze Zeit mit anderen Männern gechattet, die ihnen erfolgreich das Geld aus der Tasche gezogen haben, eine Nathalie oder Katharina gab es gar nicht.
Wenn schon nicht die Einsicht zu erwarten ist, dass man sich als Mann zumindest eine halbwegs gleichaltrige Partnerin suchen sollte, dann keimt bei den Männern auf Frausuche eventuell wenigstens die Einsicht, dass diese Angebote meist betrügerischer Natur sind.

Übrigens helfen nicht einmal Vergleichsportale bei der Auswahl einer seriösen Partnervermittlung, denn diese erhalten von den Portalen Provisionen, sind also selbst Teil des Systems.

Mit Jungs im Park

Letzte Woche mal wieder mit Männern den Abend verbracht. Neuester Trend bei denen ist irgendeine App, mit der man sehen kann, wer in der Nähe ist. Nach Bildcheck kann man sich dann mit dem jeweiligen Mann oder der jeweiligen Frau zum Sex verabreden. Mein Gesprächspartner nutzt diese App anscheinend fleißig. Früher soll er mal ziemlich dick gewesen sein, jetzt hat er durch Diät und Sport Idealmaße erreicht und die Frauen finden ihn wieder akzeptabel.
Ich glaube, dass diese Sextreffen zu innerer Leere und Depressionen führen, weil man ja nicht gemeint ist, sondern die Leute sich mit einem Foto treffen und mit ihren Projektionen. Mit so einer App wird jeder zur DSDS Jury und kann entscheiden, wer in die SHOW kommt. Das ist der Vorteil daran fürs Ego. Da aber nicht mal Männer nur aus Geilheit und Augen bestehen, gibt es auch eine Menge Nachteile.

Männer schaufeln sich ihr Grab

“Hallo! Ich bin Torben, 27, studiere hier in Jena sozialwissenschaftliche Fächer und bin momentan ziemlich gestresst. Und da dachte ich mir so manchen Abend, wie schön es doch wäre, wenn ich mit einer angenehmen, weiblichen Person nach der Bibliothek noch einen Spaziergang machen könnte…

Ach verdammt. Jetzt mal ganz ehrlich. Mir fehlt körperliche Nähe und ja – in erster Linie Sex. Ich habe aber momentan überhaupt keine Lust und auch gar nicht die Zeit, abends noch durch irgendwelche blöden Clubs zu tingeln und wähle deshalb einen – zugegeben – absolut pragmatischen Weg (unter anderem weil ich nicht weiß, was daran falsch sein soll).

Klartext: Wenn du weiblich bist, sagen würdest, dass du gern Sex hast und genauso wie ich der Meinung bist, dass es eigentlich auch mal ganz spannend sein kann, bei diesem Thema einfach mal sehr direkt zu sein und man sich für ein aktives Liebesleben nicht zu schämen braucht, würde ich dich gern kennenlernen. Bei einem Tee. Um zu sehen, ob man sich mindestens sympathisch ist. Und der Rest wird sich zeigen, gleichberechtigt und entspannt. Mit Respekt und Feingefühl. Und wenn dann einer von uns feststellt, dass wir das vielleicht doch besser lassen sollten: so what?!?!

Ich freue mich auf deine Mail an: wo-ist-das-problem@web.de und wünsche dir noch einen wunderbaren Tag.”

Mit diesem Aushang sucht ein Jenaer Student laut SPON Sexpartnerinnen. Die Lesbomatin sagt dazu: Herzlich Willkommen in der kapitalistischen Version der Liebe. Hier gilt Leistung gegen Leistung im Rahmen einer sexuellen Dienstleistung. Doch wo führt das hin? Was wird passieren, wenn Frauen nicht mehr an den ganzen Liebesschmu glauben und sich Sextauschpartner suchen? Werden sie sich dann noch von genetisch Minderwertigen schwängern lassen? Oder nicht doch eher für den Zweck der Fortpflanzung den Sperminator suchen? Den Kerl mit Hirn & Body? Und was passiert dann mit Torben? Stirbt aus? Na ja, sooo schade ist das ja nun wieder auch nicht. Ist der FDP ja auch schon passiert….

Soundcheck

Linkes Festival. Frauenband auf der Bühne. Toncheck.

Tonmann kümmert sich 4 Minuten um den Soundcheck und fängt dann an, mit umstehenden Kumpels zu quatschen und Bier zu trinken.
Musikerin: Wir hätten gerne noch ein zweites Mikro am Schlagzeug.
Mann am Ton: Die Damen hätten gerne noch ein zweites Mikro.
Musikerin: Können wir die akustische Gitarre auf dem 1. Monitor ohne die elektrische Gitarre hören?
Mann am Ton: Die Damen hätten gerne die elektrische Gitarre nicht auf dem Monitor.
Musikerin: Hm, wenn ich Schlagzeug spiele hör die Gitarre nicht, könntest du insgesamt die Monitore lauter drehen?
Mann am Ton, dreht sich um, ein anderer Mann betritt den Raum: Du, die Mädels weinen, weil sie die Akustikgitarre nicht hören.
Musikerin laut hörbar durch das Mikro: Wir sind weder die Damen, noch die Mädels und wir weinen auch nicht!
Tonmann beugt sich sehr tief über sein Mischpult, macht schnell alles gewünschte und verschwindet dann auf Nimmerwiedersehen.

Viral und trotzdem wahr / Always reflektiert das Thema “Mädchen sein”

So kann man das Thema “Mädchen sein” auch auf den wunden Punkt bringen. Ich war von diesem Clip wirklich betroffen. Was meint ihr?

 

Juli Zeh: Nullzeit

Ich hatte Juli Zeh bei allem Respekt ehrlich gesagt nach ihren letzten beiden Büchern schon etwas abgeschrieben. Corpus Delicti war ein großartiges Buch, danach ging’s für meinen Geschmack bergab. Ja, es ist Sommer und ich liege viel am See und lese. Gerade zum Beispiel Nullzeit von Frau Zeh, obwohl ich erst auf Seite 80 bin empfehle ich es aus vollem Herzen. Zum Inhalt: Ein in einer Streitbeziehung gefangenes Ehepaar belegt einen 14tägigen Tauchkurs auf einer recht dünn besiedelten, kargen Insel. Er ist Schriftsteller mit Schreibblockade, sie Schauspielerin aus gutem Hause, die mit ihren Rollen für ein Einkommen sorgt. Der Tauchlehrer, ein Aussteiger aus Deutschland, fühlt sich schnell zu ihr hingezogen. Gekonnt skizziert Zeh die Charakteristiken einer zerrüttenden Ehe und einer eingeschlafenen Beziehung (die des Tauchlehrers). 

Wie es weiter geht, erfahrt ihr, wenn ihr es selbst lest. 

Hier geht’s zum Buch: Nullzeit

Bachelor oder das Männerbild von RTL

Über das Frauenbild von RTL ist ja schon viel Wichtiges und Richtiges gesagt und geschrieben worden, das Männner-Bild des Senders ist allerdings keinen Deut besser. Besonders deutlich wird das an der zutiefst männerfeindlichen Bachelor-Scripted-Reality Serie, bei der sich der Sender Männer aussucht, von denen er denkt, dass sie Frauen gefallen. 

Die Protagonisten, die aus dieser Auswahl hervorkommen sprechen für sich:

Christian Tews, nennt sich Unternehmer, macht irgendwas mit Entspannungsdrinks und ist nach der Staffel hauptsächlich damit beschäftigt, in Discotheken aufzutreten, um sich selbst zu vermarkten. 

Jan Kralitschka, war nicht ganz so aalglatt wie sein Nachfolger, ist Männermodell und da ist es verständlich, dass man sich ab einem gewissen Alter nach neuen Betätigungsfeldern umschaut. 

Paul Jahnke, der kleine Bruder von Dieter Bohlen, allein, es fehlt die Schlagfertigkeit. Von einem Beruf habe ich bisher wenig gehört. Er ist nach der Staffel hauptsächlich damit beschäftigt, in Discotheken aufzutreten, um sich selbst zu vermarkten. 

Alle drei Bachelors sind eher Männer-Darsteller als Männer und haben trotz großer Auswahl in keiner Show ihr Herzblatt gefunden. Die Einschaltquoten sind dennoch beachtlich. Anscheinend gibt es einen hohen Bedarf an Kuppelthemen in der Bevölkerung. Die leicht durchschaubare Durchsichtigkeit der Sendung dürfte die Einschaltquoten irgendwann wieder deutlich sinken lassen, da reicht schon eine Indiskretion der vertragsgeknebelten Teilnehmer und Teilnehmerinnen. 

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