Lesbomat's Blog

Die lesbischste Sicht auf die Welt

Volleyballnetze

Sehe gerade einen Arte Bericht über große Frauen. Ein Volleyball Trainer sagt, Volleyball auf Profi-Niveau würde nur gehen, wenn man mindestens 1,80 groß ist. Ja, verdammtnochmal, wo ist denn das Problem? Ist das Netz etwa durch göttliche Fügung in dieser Höhe? Könnte man nicht Team verschiedener Größe mit Netzen verschiedener Höhe ausstatten?

DENKPAUSE

“Es war falsch, die Filme zu bestellen, aber es war legal” Sebastian Edathy

Eine ethisch besonders krude Haltung, die Herr Edathy da laut SPON-Schlagzeile heute an den Tag legt.
Diese Haltung wäre auch bei einem Kleinkriminellen kaum akzeptabel, bei einem Politiker von Rang aber ist sie nicht hinnehmbar. Sie fügt sich ein in die üblichen abscheulichen Verteidigungsreden pädophiler Straftäter. Es wird geleugnet, bis nicht mehr geleugnet werden kann, die Opfer werden beschuldigt, die Situation wird als eine Ausnahmesituation geschildert. Schlimm für die Opfer sexuellen Missbrauchs. Alle, die ihre pädophilen Neigungen ausleben nehmen in Kauf, dass Kinder dafür leiden müssen. Ob als Fotomodelle oder Opfer von Vergewaltigungen. Kinder sollten in keiner Weise für die sexuellen Interessen von Erwachsenen ausgebeutet werden.
Es gibt kein Recht auf das Ausleben jedweder sexuellen Neigung. Und seinen Kant sollte Herr Edathy schon gelesen haben. Das ist das Mindeste, was man von einer Person in diesem Amt erwarten kann.
Natürlich kann man Verständnis für die Nöte eines Menschen haben, sogar eines Pädophilen. Sobald dieser Mensch aber Kinder für seine Zwecke missbraucht, muss das Verständnis enden und der Schutz der Kinder im Vordergrund stehen.

Interessant wird noch sein, ob Parteifreunde versucht haben, Herrn Edathy vor der strafrechtlichen Verfolgung zu schützen. Es gibt dafür einige Indizien. Sollten SPD-Politiker oder Kriminalbeamte mit zweierlei Maß gemessen haben, um “Schaden von der Partei” abzuwenden, haben diese sich in besonderem Maße schuldig gemacht und müssen ebenfalls zur Verantwortung gezogen werden. Wenn es da keine moralische Richtschnur auf dieser Ebene der Gesellschaft gibt, wenn hier keine klare Linie gezogen wird, überlassen wir die Opfer von sexueller Gewalt dem Chaos und der Rechtlosigkeit. Das darf nicht passieren!

Kling, Glöckchen

Der letzte Job des Jahres ist rausgeschickt, die letzte Mahnung vom Finanzamt ist bezahlt. Irgendwie ist auf dem Konto schon wieder mittlere Ebbe und jetzt geht es los, Weihnachtsgeschenke kaufen. Die Kunden waren im November zwischen depressiv und stinkig und ich war seit 2,5 Wochen nicht mehr Joggen, im Moment ist mir aber auch eher nach schlafen. Die Vanillekipferl von meiner Freundin sind ein bisschen hart geworden. Wie hat meine Mutter das bloß immer hingekriegt? Wahrscheinlich ohne Rezepte aus dem Internet mit ungewissem Ausgang, sondern mit handgeschriebenen Aufzeichnungen.

Ich versuch jetzt mal ganz konzentriert in Weihnachtsstimmung zu kommen.

Lanz hat es endlich geschafft

Den Untergang von “Wetten, dass…” alleine Lanz anzulasten, das würde seine Rolle eindeutig überbetonen. Auch die Textredaktion gehört geteert und gefedert, denn das intellektuelle Leichtgewicht Lanz hantiert so eifrig mit Merkzetteln, dass wir davon ausgehen müssen, dass die meisten Scherze im Vorfeld entstanden sind. Ein wenig bedauere ich, dass so eine verbindende Unterhaltungsshow, die von vielen gesehen wurde und Promis und Alltagsmenschen in Form von Wettkandidaten zusammenbrachte, an die Wand gelanzt wurde.
Die Gründe liegen aber nicht nur in der Wahl des Moderators, sondern ebenso in der ewiggestrigen Gesinnung der Entscheider im Sender, die man unschwer an den gescheiterten Lösungsversuchen ablesen kann.
Leider wurde auch versäumt, die Sendung nach dem tragischen Unfall von Samuel Koch in Ehren sterben zu lassen, um eventuell nach ein bis zwei Jahren Pause ein neues, ausgereiftes Konzept zu präsentieren.
Der Sender setzte jedoch, nach einem ebenfalls deutlich in die Jahre gekommenen Gottschalk auf ein Modell, dem Empathie und Schlagfertigkeit zwar völlig abgehen, der aber immerhin im Hinblick auf sexistische Witze mit der Show-Ikone Gottschalk mithalten konnte. Leider sitzen bei “Wetten, dass..” aber auch Frauen vor dem Fernseher und diese Frauen sind inzwischen jünger und in großen Teilen auch empfindlicher geworden, wenn es um schlechte Scherze auf Kosten von Frauen, Älteren oder Menschen mit Migrationshintergrund geht. Was in jedwedem größeren deutschen Unternehmen zur Compliance gehört, ist in der Sendeanstalt des ZDF leider noch nicht angekommen. Den Altherren-Humor eines Gottschalks in Kombination mit dem aalglatten Macho-Gehabe eines Lanz will heutzutage einfach niemand mehr sehen, weil es die Aufgabe einer Show ist, den Moderator glänzen zu lassen, damit er als Identifikationsfigur des Zuschauers dienen möge.
Ganz ausgezeichnet gelingt dies bsw. einer Ina Müller, die in ihre kleine Show in der ARD zudem überaus interessante Künstler einlädt, ein Schachzug, der “Wetten, dass….” ebenfalls gut zu Gesichte gestanden hätte und so überaus einfach gewesen wäre. Junge, unverbrauchte Talente hätten die Crew des Show-Schlachtschiffes so leicht verjüngen können. Stattdessen sogar in der letzten Sendung: Fanta 4, Helene Fischer (zwar jung, aber schon in einem Jahr verbraucht), Otto Waalkes und Katharina Witt. Gegen dieses Aufgebot hätte auch Gottschalk kaum anschwafeln können, der hatte durch seine Hollywood Connection immerhin die Möglichkeit, echte US-Stars einfliegen zu lassen, die man im deutschen Fernsehen nur in Filmrollen, aber nie in einer Talkshow zu sehen bekam. Auch das hatte Gottschalk Lanz voraus.

Und hier noch mal die Top 3 in Sachen Sexismus & andere Peinlichkeiten der letzten Sendung, leider hatte ich nicht die Zeit, das gesamte Sexismus Repertoire von Lanz zu archivieren, damit Genderforscherinnen in 3 Jahrhunderten Doktorarbeiten über dieses seltsame 21. Jahrhundert schreiben können.

Junge erkennt am Ablecken von Leberwurst an seinen Händen den Hund.

Lanz: “Leonardo die Caprio kann das auch, aber mit Frauen.”

Eine Gruppe von 15-, 16-jährigen Cheerleadern, die wetteten, fliegend zehn Kleidungsstücke in fünf Meter Höhe auf einer Wäscheleine aufhängen zu können.

Lanz: “Wenn ihr richtig gut seid, werdet ihr da oben auch noch bügeln.”

Und noch was aus der Rubrik Arroganz und Verachtung

Lanz fragt Wärmflaschenaufbläser aus einer vorherigen Sendung: “Was machst Du jetzt? Lebst in den Bergen, zurückgezogen?” Kandidat überlegt kurz, was er antworten soll.

Lanz unterbricht: “Auch egal!”

Und tschüss.

Du bist Dreck

Mein liebstes Integrationsbambi Bushido hat am Wochenende eine Anzeige von seiner eigenen Ehefrau bekommen, die das Haus anscheinend fluchtartig verlassen hat, weil sie von ihm geschlagen wurde.
Er erfüllt damit sämtliche Erwartungen an seine Rolle als gesellschaftlicher Parvenu, der seine eigene Machokultur nicht reflektiert. Da heißt es für die unverbesserlichen Rapkinder: Kauft weiter seine Platten, denn Bushido ist ein feiges kleines Arschloch echt großer starker Mann, der sich sogar traut, die Mutter seiner Kinder zu verprügeln.
Und vielleicht will das Feuilleton auch mal wieder eine Lobeshymne auf seine Texte schreiben?
Und Frauen: Lest doch einfach mal die Texte der Kerle, die ihr heiraten wollt. Die schreiben diesen Unsinn meistens nicht nur, weil das bei den ansonsten total angepassten Bürgerkindern gut ankommt, sondern weil dieser Unsinn in ihren Köpfen steckt.

(Und ja, ich habe die Rechtschreibfehler im folgenden Text mit Absicht nicht korrigiert. So weit kommt’s noch!)

Bushido:

ich hab gehört ich soll die fraun akzeptiern
ich bin ein mann und hab nichts zu verlieren
du willst respekt, halt den mund und hör zu
dein silikon gehört mir und meiner crew
nur weil ich rap bin bläst du meinen schwanz
doch wieso, weil du ohne ein mann nichts kannst
du willst von uns das wir dich auf händen tragen
mit der rechten werd ich wixxen, mit der linken dich schlagen
ich gebe zu das eine frau auch manchmal denk
doch sieh ein das ein echter mann wie ich dir nichts schenkt
du hast verkackt und ich will das du weißt
das jeder der so ist wie ich auf dich scheißt
schmink deine nase uns push deine titten
schwitz bei der fitness und spritz deine lippen
du bist getunt und was bist du jetzt werd?
ich bin ein typ der den nutten nichts erklärt
fick meine gang und du fickst deine ehre
ein mann ist immer straight ohne was, wenn und wäre
was hast du mir außer ficken zu bieten?
glaubst du ich würde dich für so etwas lieben?
ich hab geschäfte und kohle in massen
nutten die mich lieben und nutten die mich hassen
was wollt ihr machen, delamok, sonny black
nutte bounce zu dem beat denn du weißt du bist dreck

Quelle: http://www.songtextemania.com

Kurze Pause

Kann gerade nichts schreiben, wir haben begonnen die Serie “Girls” zu gucken. Leider bisher noch keine Lesbe gesichtet, lustig ist es trotzdem!

Die FDP, Humor und Frauenthemen

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Nachdem die FDP nun eher für die geistigen Aussetzer ihres Spitzenkandidaten Rainer Brüderle im Bundestagswahlkampf 2013 als für eine konstruktive Frauenpolitik bekannt ist, geht sie jetzt im Hamburger Wahlkampf das Thema der unterschiedlichen Wahrnehmung von Männern und Frauen total provokant an. Katja Suding ist “Unser Mann für Hamburg”. Ob sie sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen hat, um nicht länger den feuchtfröhlichen Sprüchen des FDP-Spitzenpersonals ausgesetzt zu sein?

Könnte schon sein, dass Katja Suding mehr Mann ist als ehedem Fipsi und aktuell Lindner, aber das ist noch lange kein Argument.

Oder haben die Scherzbolde von der FDP nach einer Reihe ähnlich erfolgreicher Kampagnen mal wieder auf eine Eigenschaft gesetzt, die in dieser Partei ebenso rar ist wie soziales Engagement, nämlich Sprachwitz und Humor?

Und mal im Ernst: Als Wähler/in möchte man keine Imagekampagne, sondern eine Inhaltskampagne. Das sollten sich die Campaigner vom FDP Hamburg Sink Tank mal hinter die grünen Ohren schreiben. Dass Frauen in der FDP attraktiv sein müssen, um nach vorn geschoben zu werden, ist schon aufgefallen, da bedarf es nach Copy & Past Blondie Silvana Koch-Mehrin keines weiteren Beweises.

Was es auch sei, nicht mal eine Frau und sei sie auch noch so talentiert, wird es schaffen, die Hotelpagen von der FDP über die 5% Hürde zu hieven. Das hofft zumindest

eure Lesbomatin

Überlegungen einer Trockentinderin

Ich gehöre ja unglaublich ungern zu dieser Gruppe innovationskritischer Menschen, die eine App nicht mal ausprobieren möchte, bei tinder aber ist es so, denn mir erschließt sich der Sinn der App einfach nicht.
Wenn der Kontakt doch nicht attraktiv ist: Zeitverschwendung.
Wenn der Kontakt attraktiv war und der Sex toll war: Herzschmerzenrisiko.

Wenn der Kontakt intelligent, anziehend und supersympathisch war und mich wiedersehen will: Zweifel, ob es sich um eine promiskuitive Schlampe handelt.

Wo ist da der Reiz? Einen Orgasmus kann man sich im Zweifelsfall schneller selbst besorgen und man starrt nach der Selbstbefriedigung auch nicht wochenlang aufs Handy, weil man nicht wahrhaben will, dass sich der Kontakt nicht mehr meldet.

Bei tinder gibt es keinen Gewinn. Außer man freut sich, weil wildfremde Menschen einen fickbar finden. Für Frauen ist diese Erkenntnis allerdings auch anders zu generieren. Und auch die meisten halbwegs ansehnlichen Männer werden auch im wahren Leben öfter mal angeflirtet, oder?

Für mich steht fest: Ich würde meinem zartbesaiteten Ego diesen Fleischmarkt niemals zumuten.

Bill Cosbys Lieblingsjeans

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Foto: action press/Balawa Pics/Rafa Cros

Reden wir doch heute mal über sexistische Werbung. Zum Beispiel über die von Alexander Wang, die mir gerade in der WELT begegnet ist, im Rahmen eines Berichts über das Modell Anna Ewers aus Freiburg. Sie hat es jetzt anscheinend in die Topmodell-Liga geschafft. s.o. Die WELT ist nun unglaublich stolz darauf. Ich bin es nicht. Ein Wort über die Vergewaltigungsphantasie, die in diesem Foto inszeniert wird, sucht man im Artikel vergebens.

Wir sehen: Eine Frau in einem Zimmer mit rohen Böden und einer verrosteten Heizung. Die Frau ist bewusstlos. Die Geschichte dahinter kann sich jeder Betrachter selbst erzählen. Das Opfer von Betäubungstropfen oder was auch immer das darstellen soll wird dem Betrachter serviert wie eine Sexpuppe. Wie die Geschichte weitergeht im Kopf des Betrachters, das kommt auf den Betrachter an. Nur die wenigsten werden den Notarzt rufen wollen und der Frau etwas zum Anziehen bringen in ihrer Fantasie, so wie ich.

Die schrägen Helden der Bourgeoisie

Peter Maffay hat es getan, der Burda Verlag hat es getan und jetzt tat es Antonia Baum von der FAZ: Sie alle machten einen Kotau vor Hassrappern übelster Prägung. Sie alle bewundern die Grenzüberschreitungen und das Machogehabe eines Bushido oder eines Haftbefehl. Die Sesselfurzer des Feuilletons überschlagen sich gerne in verqueren Lobhudeleien, wenn so ein “echter Kerl” daher kommt, der sich zumindest als Maulheld nimmt was er will und auf den gesellschaftlichen Konsens von Achtung und Respekt scheißt. Respekt ist für Sexismus-Rapper immer nur der Respekt, der Ihnen selbst entgegen gebracht wird. Das passt sehr gut zu der auch in bourgoisen Kreisen nicht ausrottbaren misogynen Grundhaltung. Auch hier sind Frauen Objekte, nur akzeptabel, wenn sie jung und schön sind und brav das Standard-Repertoire der Verfügbarkeit abkaspern. Allerdings darf man das ja heute nicht mehr laut sagen und schon gar nicht schreiben, deshalb erscheinen Macho-Künstler als Katharsis, in ihrem Windschatten darf der und die Bourgeoise seine/ihre Gewaltphantasien und seinen/ihren Frauenhass ebenso ausleben wie der kleine, machtlose Looser, der denkt, die Gesellschaft schulde ihm mehr als einen Aushilfsjob bei Burger King, auch wenn die Ausdauer nicht mal für einen Hauptschulabschluss gereicht hat.

Selbstreflexion ist bei solchen Leuten Fehlanzeige. Allerdings benutzen sie den Macho-Künstler ebenso wie die Frauen, die als willfährige Objekte ihrer Allmachtsphantasien dienen.

Und: Auch Frauen hassen Frauen und artikulieren das auf vielfältige Art und Weise. Leider.

Wenn der Macho-Künstler zu viele Grenzen überschreitet, sich an Mafiaclans bindet oder für Gewalttäter als Rollenvorbild dient, dann hat der Bourgeoise zwar seine Kartharsis genossen, distanziert sich aber schneller vom zuvor Bewunderten, als ein Eichhörnchen Nüsschen sammelt. Auch deshalb sind es nicht in erster Linie die Gangster-Rapper, denen meine lesbomatische Verachtung gilt, sondern die unreflektierten Bushido, Haftbefehl und Konsorten Hörer und Hochschreiber, Käufer und Bewunderer, die unsere Gesellschaft zu einem Ort machen, an dem es Opfer nicht nur in der Kriminalstatistik gibt, sondern auch in den Abgründen und Fantasien der Mittelschicht, die ebenfalls gerne obenauf ist und auf andere spuckt und die Welt nur allzu bereitwillig in Oben und Unten aufteilt.  Jeden Tag und immer wieder.

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