Gegensätze ziehen sich an so heißt es und sehr oft haben wir es schon erlebt, dass attraktive Modell der Verschiedenheit. So mögen manchen Südländer lieber die Blonden und manche Heißblütigen lieber die tiefen Wasser. Hier wird es sicherlich niemals langweilig und das Paar kann sich immer über die großen und kleinen Unterschiede in Aussehen, Charakter und Temperament austauschen. Wenn es Kinder gibt, darf man gespannt sein, wem sie ähnlicher sehen, dem Mann, der Frau oder dem Nachbarn und überhaupt ist das Leben von gemischten Paaren recht unterhaltsam. Ganz anders bei Lesben.
Selbst wenn Lesben am Anfang ihrer Begegnung noch völlig unterschiedlich in Aussehen und Interessen waren, nimmt diese Unterschiedlichkeit im Laufe der Beziehung rapide ab. So kommt es, dass man auf Lesbenpartys manchmal nicht weiß, ob man mit Sibylle oder Nico spricht, da beide ihre Haare sehr kurz und eine schwarz umrandete Nickelbrille tragen. Sie studieren auch beide Gender Studies und mögen veganes Essen. Glücklicherweise hat Nico eine Glutenallergie, so dass man relativ sicher sein kann, vor Sibylle zu stehen, wenn diese ein Brot auf dem Teller hat. Wovon sich Nico ernährt bleibt im Ungefähren, da sie mehr nicht isst, als sie isst wird sie vermutlich in irgendeiner Art nächtlicher Osmose mit Sybille zu ihren Nährstoffen gelangen. Ja, Lesben lieben die Ähnlichkeit, so gibt es langhaarige blonde Paare und kurzhaarige, blonde Paare, kurzhaarige bebrillte Paare und glatzköpfige intellektuelle Paare, da sich Lesben auf traditionellem Weg nicht vermehren können bleibt dieser Hang zur Mimikry ohne böse Folgen für die Brut und kann deshalb völlig ungehemmt ausgelebt werden. Es gibt mehrere wissenschaftliche Theorien, warum Lesben bei ihrer Partnerin in erster Linie Gleichheit bevorzugen. Zum einen wird gesagt, dass es schon anstrengend genug sei, zu einer Minderheit zu gehören, da will man sich in der Beziehung nicht auch noch mit Unterschieden belasten, zum anderen wird behauptet, Lesben im fortgeschrittenen siamesischen Beziehungsstadium könnten sich ein Gehirn teilen, was äußerst ökonomisch sein soll. Ich glaube aber eher meiner Freundin Eva, die gesagt hat, es wäre so praktisch, dass man jetzt alles miteinander teilen könnte, wo man ein siamesisches Lesbenpaar ist, zum Beispiel auch die Unterhosen.
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