Der Großteil der Heteromänner befindet sich im intellektuellen Stadium einer Amöbe. Er ist fortwährend damit beschäftigt, besser dazustehen als alle andern, vor allem was sein Auto, seine Karriere und das Geld auf seinem Konto betrifft. Der Grund für diese Bestrebungen ist es, möglichst viele Weibchen von seinen famosen Fähigkeiten zu überzeugen, um sie hernach ins Bett zu kriegen. Vorspiel und Nachspiel sind ihm dabei ein Graus, Hauptsache rein, raus.
Männerfreundschaften pflegt der Heteromann lediglich, um seine Vormachtstellung nach unten abzusichern. Damit niemals der Gedanke aufkommt, er wäre eventuell schwul ist der Heteromann ein einziger Krampf im Umgang mit Männern. Da werden holzig Schultern geklopft, dass einem ganz schummrig wird. Trotzdem will der Heteromann von seiner Freundin gerne, dass sie Analsex probiert, vermutlich aus dem einzigen Grund, weil sie darauf keine Lust hat.
In Diskussionen ist der Heteromann stets bemüht, den Eindruck zu vermeiden, er hätte keine Ahnung. Deshalb wiederholt er gerne mit anderen Worten, was ein Intelligenterer vor ihm gesagt hat, denn er weiß, dass das zuletzt Gesprochene am meisten in Erinnerung bleibt. Das tut er auch dann, wenn alle anderen das merken und gerne nach Hause gehen würden ungerührt. Der Heteromann konkurriert immer und ständig, selbst dann, wenn kein Konkurrent in der Nähe ist, sondern nur seine Freundin. Das erkennt man bsw. daran, dass er beim Spaziergang am Wochenende immer 500 Meter vor ihr herrennt, herradelt oder herrudert. Wenn sie dann genervt ist, nennt er sie Zicke und fragt sie, ob sie ihre Tage hat.
Wenn die Weibchen-Akquise abgeschlossen ist, stellt der Heteromann das Reden meist ganz ein, denn ohne triftigen Grund hat er nichts Positives zu sagen. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass sich Heteropaare in Restaurants schweigend und mampfend gegenüber sitzen, während Lesben und Schwule die ganze Zeit sabbeln.
Der Heteromann beklagt sich häufig, dass er von Frauen “ausgenommen” und übervorteilt wird. Angesichts seiner sozialen und sexuellen Fähigkeiten ist es allerdings kein Wunder, dass viele Frauen von ihm nur Materielles erwarten. Was denn sonst?