Früher waren Banken mal Institute, in die man sein von Oma gut gefüttertes Sparschwein trug, dann gab es dafür einen Bastelbogen und der Herr Bernsteiner strich einem mit der Hand über den Scheitel, weil man den Weltspartag nicht vergessen hatte.
Die Zeiten sind leider vorbei. Inzwischen ist innerhalb weniger Jahre die 2. internationale Bankenkrise angebrochen, weil Investmentbanker mit hochriskanten Papieren spekuliert haben und dabei, wie auch zu erwarten war, auf die Schnauze gefallen sind. Obwohl nach der 1.Bankenkrise staatliche Regulierungen angekündigt wurden, war die Diskussion schon beendet, bevor sie wirklich geführt wurde. Doch das ist kein Problem, denn der Staat springt wieder ein und zwar mit der Kohle, die der Steuerzahler ihm dafür zur Verfügung gestellt hat, umdas Bildungssystem zu sanieren, die Renten zu sichern, Straßen zu reparieren und selbst etwas schlanker zu werden. Pustekuchen.
Angesichts dessen, dass jede Regierung seit 20 Jahren vor der Wahl Steuersenkungen verspricht und nach der Wahl die Steuern erhöht fragt man sich, warum man überhaupt noch wählen oder arbeiten geht. Mein Vater sagte mal in seiner unendlichen Weisheit: In den 50er Jahren war alles kaputt, da gab’s kein Bauamt und kein Gesundheitsamt, da konnte man noch eine Firma hochziehen, heute wär das gar nicht mehr möglich. Zu seiner Zeit konnte man von einem Einkommen noch ein Haus bauen und zwei Kinder ernähren? Inzwischen haben wir amerikanische Verhältnisse mit Zweit- und Drittjobs, damit es für die Miete reicht. Die Melange aus Staat und Finanzbranche mitsamt ihrer Lobbyisten hat den Bürger am Kragen wie nie. Wählen nützt nix mehr, weil keine Partei eine echte Alternative bietet, denn wer schafft sich schon selbst ab? Bzw. wer hat ein echtes Interesse daran, die eigenen Pfründe und Pöstchen abzubauen? Oder der Wirtschaftslobby aus den DAX-Unternehmen und Banken zugunsten ehrlicher Beteiligung der Bürger am selbst erarbeiteten Wohlstand an den Kragen zu gehen?
Für mich ist die EU in ihrer derzeitigen Form eine Veranstaltung, die in erster Linie dazu dient diese Zusammenhänge zu verschleiern. Wer will sich schon mit den Institutionen in Brüssel, den undemokratischen Verfahren und den Verstrickungen beschäftigten, die nicht vor der eigenen Haustür stattfinden? Aus all diesen Gründen und noch einigen mehr schließe ich mich der “Occupy Wallstreet” Bewegung an und gehe am 15. Oktober um 13 Uhr zur Demo am Alexanderplatz in Berlin / 17 Uhr am Kanzleramt. Es reicht!