
Wahlplakate des Berliner Wahlkampfs 2011
Wir Berliner stehen ja jetzt vor einer großen, schweren Entscheidung: Künast, Wowi oder gleich die Piraten lautet die Herausforderung. Gestern bei Rainald Grebes Programm zur Wahl im Maxim Gorki Theater wurde die Lesbomatin zwar bestens unterhalten, besser, lachte sich scheckig, allerdings weiß sie jetzt noch weniger, wen sie eigentlich wählen soll.
Dass die platten “Ich liebe Berlin” Reden von Wowereit von Butter (einer Werbeagentur) geschrieben werden, war mir klar, allerdings ist das noch lange kein Punkt für Künast, deren stockkonservative Kampagne der Goldene Hirsch zu verantworten hat. Überhaupt, die Plakate von Frau Künast. Nicht nur, dass sie kurz vor der Wahl geheiratet hat, was die Zweifel schürt, ob das nicht aus wahltaktischen Motiven heraus geschehen ist?
Also, die Plakate von Renate sind ein Graus, sie sieht noch unsympathischer aus, als sonst. Es ist ja OK, wenn man sich ungern fotografieren lässt, aber sollte die beratende Agentur bei der Bildauswahl nicht wenigstens das Beste heraussuchen? Oder die Kandidatin so lange ablenken, bis sie mal nicht so aussieht, als hätte sie einen Stock im Allerwertesten? Nein, Tempo 30 in Berlin fordern und tantige Plakate, die vor allem die gebärenden Schwaben im Prenzlberg ansprechen, ich weiß nicht, wie ich meinen rechten Arm dazu zwingen kann, bei GRÜN ein Kreuzchen zu machen.
Nun zu Wowi, der laut Kampagne ganz landesväterlich “Berlin versteht”. Das tut nur dann weh, wenn Berlin am Sonntag sagt: Klausi, wir sind jetzt seit gefühlten 100 Jahren verheiratet, aber du versteht mich nicht, ich trenn mich. Und das steht durchaus zu befürchten, denn die Aussicht auf Easyjet überm Haus und einer Autobahn vorm Haus lässt die Stadt nicht gerade frohlocken. Oder wo soll der ganze Verkehr hin, wenn er erstmal in Friedrichshain angekommen ist? Reicht doch schon, dass wir diese überdimensionierte O2 Arena ertragen müssen, die kein Mensch braucht, weil die nicht mal Elton John vollkriegt. Dafür subventionieren wir jetzt die anderen Spielorte, denen dieses hässliche Ufo das Wasser abgräbt. Ach, das Kreuz war seid 2000 Jahren nicht mehr so schwer. Vielleicht wird es ein Totenkopf, aber dann nur aus reiner, purer Verzweiflung. (Kommentare zum CDU Kandidaten spare ich mir, denn der hat so viele Aussichten wie 10 Meter Feldweg, in Berlin ein Bein auf die Erde zu bekommen. Man lese mal zum Spaß die “100 Lösungen für Berlin” und freue sich daran, dass diejenigen, die diese Rechtschreibreform verbrochen haben nun kläglich an ihr scheitern.)