Gottschalk verzichtet auf Altherrenwitze

Eventuell auch dem Shitstorm im Vorfeld ist es geschuldet, dass Thomas Gottschalk dankend auf die Wiederholung einer sexistischen Saalwette von Anno Dunnemal verzichtet hat.

„Ich habe diese Bikini-Wette auf den Proben nie gesehen, aber jetzt im Vorfeld mitbekommen, womit ich überrascht werden sollte. Das war sicher nett gemeint, ich verzichte aber dankend: An meinem Geburtstag soll kein Bikini zu Schaden kommen.“

Wir wollen den alten Schwerenöter aber nicht zu doll loben, denn seinen Worten haftet eine großzügige Portion Dünkelhaftigkeit an, an der man ablesen kann, was der 65jährige von der Kritik an solchen diskriminierenden Späßen hält. Es wäre nur zu schön gewesen, wenn er dazu Stellung bezogen hätte, dass er Scharen von halbnackten Mädchen auf der Bühne für unangemessen hält.

Gottschalk verzichtet auf Altherrenwitze

Kein Freier mehr sein

Heute morgen las ich ein sehr interessantes Interview mit einem Sozialarbeiter aus Schweden, der Männern dabei unterstützt, keine Prostitutionskunden mehr zu sein. Da sich Freier in Schweden strafbar machen, ist der Druck für Männer dort gestiegen, ihre Verhaltensweise zu ändern. Mich erstaunt an diesem Interview vor allem, wie schlüssig und unaufgeregt der Sozialarbeiter gegen Prostitution argumentiert. Sobald eine Gesellschaft sich verändert, werden vormals als unmöglich betrachtete Ansätze völlig selbstverständlich, vor allem, wenn sie menschlicher sind als zuvor geltende Prinzipien.

Allerdings muss ich sagen, dass ich den Vergleich zwischen Drogenkonsum und Prostitution so nicht gelten lassen kann. Denn wer Drogen konsumiert, der schadet nur sich selbst, wer aber Prostitution konsumiert, schadet auch einem anderen Menschen.

Insgesamt wird sich durch die Abschaffung der Prostitution wohl bei den Männern viel bewegen lassen. Wenn diese Möglichkeit versperrt wird, anderweitig Druck abzulassen und ein Überlegenheitsgefühl gegenüber Frauen durch Bezahlung herzustellen, werden die dahinter liegenden Nöte sicher an die Oberfläche kommen. Ich persönlich bin gespannt darauf, wie so eine Gesellschaft sein wird.

Aber lest einfach selbst: Es ist falsch, Sex zu kaufen

Kein Freier mehr sein

Crossdresser Treffen in Berlin mit Anne Wizorek und Zuckerklub

Crossdresser-Forum

ZuckerklubCrossdresser

Freitag – Samstag – Sonntag
Wochenendseminar
Es ist wieder Mai in Berlin: Zum dritten Mal trifft sich das Crossdresser-Forum im legendären Sonntags-Club im Prenzlauer Berg.
Transgender aus ganz Deutschland nutzen die Tage, um zu diskutieren, sich auszutauschen, zu lernen, zu feiern. Es sind alle willkommen, die sich in irgendeiner Form als Crossdresser, trans* oder intersexuell sehen. Und die, die noch nicht wissen, ob sie sich so sehen. Auch PartnerInnen, Freunde, Gäste sind herzlich eingeladen. In den Workshops am Freitag und Samstag geht es um Gewaltprävention, Stimmtraining, das richtige Schminken. Und es wird diskutiert: über trans* und Psychologie. Ist die Begutachtung durch “Behandler” ein Eingriff in die Selbstbestimmung oder persönliche Chance? Gehören Therapie, Behandlungsrichtlinien und Transsexuellengesetz in den Orkus? Den Höhepunkt bildet der Samstagabend: Nach musikalischem Auftakt folgt eine Gesprächsrunde zum Thema “Soll ich sein, wie du mich willst? Geschlecht in Gleichheit oder als Pflicht?”, Es geht um Rollenklischees, den Blick von außen, das Selbstbild von Trans*-Menschen. Neben anderen sitzt Anne Wizorek auf dem Podium, die nicht erst seit ihrer Twitter-Aktion “#aufschrei” für einen sensiblen Umgang mit Geschlechterbildern kämpft. Dazu kommen weitere Gäste und Betroffene. Wenn die Köpfe heißgeredet sind, sorgen die Musik von Zuckerklub, Gespräche, Tanzen für Entspannung – Ende offen. Mit Kaffeetrinken am Sonntagvormittag wird das Forumstreffen ausklingen. Mehr Infos: http://www.crossdresser-forum.de.

Crossdresser Treffen in Berlin mit Anne Wizorek und Zuckerklub